Spritpreis-Explosion März 2022

05.03.2022, 15:21

Bereits Ende September 2021 kletterten die Kraftstoffpreise in Deutschland - wenn auch nur regional - auf über zwei Euro pro Liter. Damals wurde dieser Preis jedoch eher für die "Premiumsorten" der großen Tankstellenketten abgerufen, z.B. "Aral Ultimate" oder "Shell vPower", und beschränkte sich bis dato "nur" auf die Kraftstoffsorten Super und E10.

Heute, ca. fünf Monate später, ist die 2-Euro-Marke an Deutschen Zapfsäulen zum Quasi-Standard avanciert, betroffen ist nun auch Diesel. Am gestrigen Abend (Freitag, 4. März 2021) konnten wir an einigen Autobahn-Tankstellen sogar Literpreise für Super Benzin von knapp 2,40 € registrieren, z.B. an der Autobahnraststätte respektive Shell-Tankstelle "Hildesheimer Börde Ost" (Autobahn A7). Der Hashtag #Spripreise schaffte es zuletzt in den Top5 der Deutschen Twitter-Trends.

Für viele Autofahrer ist der rasante Anstieg der Spritpreise, der zweifelsohne an Preisexplosion benannt werden muss, ein echter Schlag ins Gesicht, für einige womöglich gar existenzbedrohend. Selbst mit ein sparsamen Kleinwagen, der mit nur fünf Litern Kraftstoff auf 100 Kilometern auskommt, entstehen so Kosten in Höhe von über 10 Euro. Zum Vergleich: Der gesetzliche Mindestlohn beträgt aktuell 9,82 € pro Stunde. Je nach Arbeitsweg und Lohn ist es nicht unrealistisch, dass Arbeitnehmer weit über 10% Ihres Tagesverdienst in ihr Fahrzeug investieren müssen - Verschleiß und Wartung sind an dieser Stelle noch gar nicht berücksichtigt.

Nun hört und liest man in vielen großen und reichweitenstarken Medien, dass vor allem der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und die daraufhin verhängten Wirtschaftssanktionen gegen Russland den Preis in die Höhe trieben und vermutlich noch weiter treiben werden. Dieser Zusammenhang kann natürlich nicht dementiert werden, dennoch sollte man im Hinterkopf behalten, dass prozentuale Steuern und Abgaben analog zum Nettopreis steigen: 19% auf 100€ = 119€, 19% auf 200€ = 238€.
Da die Kraftstoffpreise bereits vor den Sanktionen gegen Russland immer wieder Höchstwerte erreichten, haben Europäische Länder steuerpolitische Maßnahmen ergriffen, um insbesondere ärmeren Bürgerinnen und Bürgern zu entlasten und der überall grassierenden Inflation entgegen zu wirken. So wurde beispielsweise der Mehrwertsteuersatz auf Benzin und Diesel in Polen - wenn auch vorerst nur temporär - von 23% auf 8% gesenkt, was einer Ersparnis von bis zu 20 Cent pro Liter gleichkommt. In Deutschland wurden Steuererleichterungen für Kraftstoffe -zumindest mit Stand Anfang Februar 2022 - von FDP und Grünen abgelehnt.

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