E-Auto gegen Verbrenner: Ein Glaubenskrieg

VÖ: 18.08.2021 - 11:22 Uhr. Kommentare: 0

Ohne mutwillig polemisch klingen zu wollen, lässt sich zweifelsohne konstatieren, dass wir uns in einem gespaltenen Land bzw. in einer gespaltenen Gesellschaft befinden. Aktuell wird dieser Zustand natürlich primär von der "Corona-Pandemie" geprägt, jedoch sorgen auch andere Themen zunehmend für eine Art Lagerbildung innerhalb der Bevölkerung. Eines dieser Themen: Der Klimawandel!
Beim Klimawandel hat sich die E-Mobilität im Allgemeinen und das Elektroauto im Speziellen zu einer heißen Debatte entwickelt, die man vielleicht sogar als Glaubenskrieg betiteln muss. Während die einen in Fahrzeugen mit Elektroantrieb die klimaneutrale Zukunft sehen und Verbrennungsmotoren lieber gestern als heute von den Straßen verbannen würden, halten andere eisern an ihren Benzin- und Dieselmotoren fest und sehen in E-Autos ein ganzes Arsenal an Gefahren.

Brennendes Auto wird von Feuerwehr gelöscht

Streitthemen der E-Mobilität

Möchte man sich über die Pros und Contras der E-Mobilität informieren, stolpert man immer wieder über gleiche oder ähnliche Punkte und Fragen: Wie hoch ist die Reichweite bei einem E-Auto? Gibt es genug Strom, um eine komplette PKW-Flotte elektrisch anzutreiben? Wie ist es um die Sicherheit bei einem E-Auto bestellt? Dauert der Ladeprozess gegenüber eines Tankvorgangs nicht extrem lange?

Strompreis und Verfügbarkeit

Mit einem Preis von ~32 Cent pro Kilowattstunde führt Deutschland die Tabelle der EU-Staaten mit den höchsten Strompreisen an. Hinzu kommt, dass Deutschland eine weltweite Vorreiterposition einnehmen möchte, wenn es um den zügigen Ausstieg aus Kohle- und Atomenergie geht. Kritiker sehen in Bezug auf die E-Mobilität hier das Problem, dass durch einen überhasteten Umstieg auf erneuerbare Energien bei gleichzeitigem Anstieg der benötigten Stromressourcen zum einen ein weiterer Preisanstieg unumgänglich ist, zum anderen sogar Stromknappheit bis hin zum Blackout droht. Als Gegenargument wird oft aufgeführt, dass die Entwicklung und Installation von Technologien, die erneuerbare Energien erschließen und ins Stromnetz speißen, gefördert, forciert und beschleunigt werden.

Brennende E-Autos · Eine potentielle Gefahr?

Im Netz kursieren zahlreiche Videos, in denen brennende oder explodierende E-Autos zu sehen sind. Gegner der E-Mobilität nutzen und verbreiten diese Videos, um auf die potentiellen Gefahren aufmerksam zu machen oder einfach nur um Ängste zu schüren. Dabei zeigt sich immer häufiger, dass diese Ängste und Sorgen eher irrationaler Natur sind. Wie die Experten vom Online-Magazin smaveo.de herausfanden, kann ein erhöhtes Sicherheitsrisiko bei E-Autos gegenüber konventionellen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor nicht belegt werden. Das Magazin bezieht sich bei der Analyse auf Crashtests, die von der DEKRA durchgeführt wurden. Neben dem Fazit, dass E-Autos in punkto Brennbarkeit keinerlei Nachteile gegenüber Verbrennern haben, kann ebenfalls belegt werden, dass potentielle Brände der Akkuzellen keine gesonderte Herausforderungen für geschultes Feuerwehrpersonal darstellen. Zudem werden neue Löschsysteme erprobt und weiterentwickelt, die sich gezielt der Löschung von Batterien bzw. Lithium-Ionen-Akkus in Fahrzeugen widmen.

Lange Ladezeiten schrecken ab

Wer sein Diesel-Fahrzeug an die Zapfsäule einer Tankstelle lenkt, sollte nach spätestens 10 Minuten nicht nur mit der Betankung des Fahrzeugs abgeschlossen haben sondern auch mit der Bezahlung. Kurz: Ein konventioneller Tankvorgang verläuft schnell und unkompliziert. Es ist kein Geheimnis, dass das Aufladen eines Akkus im E-Auto nicht in wenigen Minuten zu erledigen ist und somit einen Nachteil darstellt. Aber auch an dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass sich die Technologien, sowohl für den Akku selbst, wie auch auf die der Ladestationen und das benötigte Equipment fortlaufend weiterentwickeln und Verbesserungen respektive Beschleunigungen mit sich führen. So sind Beladungen an 50 Watt Schnellladestationen heute problemlos in unter einer Stunde zu bewerkstelligen und oft postulierte Ladezeiten von mehrern Stunden oder gar Tagen mehr Mythos als Realität.
Aus China drängt zudem eine neue und vielversprechende Idee auf den Markt: Der Autohersteller NIO mit Firmensitz in Shanghai hat sich das Credo "Wechseln statt laden" auf die Fahne geschrieben und testet derzeit ein Konzept, bei dem der Besitzer eines E-Autos dieses nicht selbst beladen muss, sondern an einer entsprechenden Servicestation - analog zur klassischen Tankstelle - den leeren Akku schnell und praktikabel gegen einen vollständig geladene Akku austauschen kann. Diese Servicestationen werden "Battery Swap Stations" genannt und existieren derzeit nur in China. Dennoch ist davon auszugehen, dass nicht nur NIO selbst sondern auch andere Fahrzeughersteller und/oder Energie-Unternehmen ähnliche Konzepte in Europa und Deutschland testen werden.

Final lässt sich resümieren, dass sich der oben beschriebene Glaubenskrieg rund um die E-Mobilität nicht so schnell legen wird. Dennoch muss man feststellen, dass viele Argumente, die sich gegen elektronisch angetriebene Fahrzeuge richten, entweder schlicht falsch sind oder inzwischen überholt sind. Vor allem die Aussagen, dass E-Autos schnell in Flammen aufgehen und exorbitant hohe Ladezeiten erfordern, sind nicht (mehr) zeitgemäß.

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