Steigende Benzinpreise: Droht zur Ferienzeit der Supergau?

VÖ: 19.06.2018 - 14:14 Uhr. Kommentare: 0

Woche für Woche klettern die Benzinpreise in astronomische Höhen. So teuer war es zuletzt im Jahr 2015. Schuld an den exorbitanten Spritpreisen sind ein zum Dollar vergleichsweise schwacher Euro sowie die Politik des US-Präsidenten Donald Trump. Droht jetzt zur Ferienzeit die totale Preisexplosion?

Ärgerlich: Spritpreise steigen

Die Politik der USA sorgt für steigende Preise an der Zapfsäule

Wer sein Auto volltankt, macht an der Zapfsäule regelmäßig ein langes Gesicht. Während Super, Deutschlands meist getankter Kraftstoff, vor ein paar Wochen noch unter 1,40 Euro lag, sind Literpreise von über 1,50 Euro keine Seltenheit mehr. Spezialmischungen wie Ultimate können es auf 1,70 Euro und mehr bringen. Auf der politischen Weltbühne kommen aktuell ein paar Dinge zusammen. Zum einen herrschen im Nahen Osten permanent Unruhen. Hinzu kommt, dass die USA das Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt haben. Doch auch in Venezuela, einem weiteren wichtigen Akteur auf dem Ölmarkt, ist es zu Förderausfällen gekommen. Der Euro ist gegenüber dem Dollarkurs auf Talfahrt, was sich zwangsläufig auswirkt, da Rohöl in Dollar gehandelt wird.

Droht die totale Preisexplosion auf dem Ölmarkt?

US-Präsident Trump hat gegen den Iran auch wirtschaftliche Sanktionen verhängt. Bereits in der Vergangenheit hatten die USA die europäischen Länder gezwungen, die Ölabnahmen aus dem Iran zurückzufahren. Denn nur das ermöglichte Banken und Unternehmen aus der EU weiterhin einen Zugang zum Kapitalmarkt der USA. Bleibt Donald Trump bei seinem Kurs, werden die europäischen Länder sich spätestens zum Jahresende beugen müssen. Experten gehen jedoch davon aus, dass die OPEC bis dahin in der Lage ist, die fehlenden Öllieferungen zu kompensieren. Ab Juli wollen Saudi-Arabien und das Nicht-OPEC-Mitglied Russland ihre Ölproduktion vorantreiben. Zum Jahresende soll sich die Lage wieder stabilisiert haben - falls sich die Lage im Nahen Osten nicht zuspitzt. Dabei entfallen auf den reinen Ölpreis gerade einmal 30 Prozent des Betrages, den der Kunde an der Zapfsäule zahlt. Der Rest entfällt auf die Mineralölsteuer mit 65 Prozent - sowie die Mehrwertsteuer.

Am Abend ist der Sprit am günstigsten

Besonders hart ist das für die Verbraucher im Sommer. Der Ausflug zum 20 km entfernten Badesee kostet bei einem Durchschnittsverbrauch von acht Litern pro hundert Kilometer statt 2,08 Euro jetzt 2,32 Euro (siehe unser Benzinpreisrechner). Hinzu kommt, dass auch die Preise an den Tankstellen verrückt zu spielen scheinen. Ist die Nachfrage hoch, zum Beispiel, wenn die Leute zur Arbeit fahren, auf dem Heimweg sind oder in der Mittagspause schnell tanken wollen, klettern die Preise an der Zapfsäule. Zwischen 20 und 22 Uhr ist es am günstigsten. In der Nacht ziehen die Preise an. Wer dann tanken muss, hat keine andere Wahl. Das gilt auch für die Preisgestaltung an Tankstellen, die eine Art Monopolstellung in ihrer Gegend haben oder an der Autobahn liegen.

Vergleichsportale nutzen und Motor regelmäßig warten

Auch zwischen den einzelnen Bundesländern herrscht ein enormes Preisgefälle. In Brandenburg, Thüringen und dem Saarland sind die Tankfüllungen am teuersten. Da wundert es wenig, dass am Wochenende die Autos mit saarländischen Kennzeichen an den Tankstellen im Nachbarland Luxemburg eine Schlange bilden, die fast bis zur Grenze reicht. Vergleichsweise günstig ist es im Norden. In Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein ist der Sprit am billigsten. Konkret in Zahlen ausgedrückt bedeutet das, die Autofahrer in Thüringen zahlen pro Tankfüllung rund 3,50 Euro mehr als in Hamburg. Da hilft nur eines: Im Internet auf Vergleichsportalen die Benzinpreisentwicklung beobachten und an freien Tankstellen vorfahren. Dort ist der Sprit pro Liter im Schnitt ein bis zwei Cent günstiger als an der Markentankstelle nebenan.

Ein Sprecher und Experte des Ersatzteilehändlers TEILIO.de weist außerdem darauf hin, dass es sehr wichtig sei Motoren regelmäßig und fachmännisch zu prüfen und zu warten - gerade wenn diese bereits eine hohe Laufleistung hätten. Oftmals sei es dabei nicht einmal notwendig, den gesamten Motor auszutauschen, sondern lediglich die Teile des Motors, die für den erhöhten Spritverbrauch verantwortlich seien.

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